FOTO ARSENAL WIEN: Sonderführung für Arsenaler:innen

Das FOTO ARSENAL WIEN lädt uns wieder zu einer Sonderführung für Mitglieder des VIA durch die neuen Ausstellungen ein. Auch dieses Mal sind es wieder zwei spannende Ausstellungen und wir bekommen sicher interessante Infos von den Expert:innen des FOTO ARSENAL WIEN. Die aktuellen Ausstellungen sind für Kinder nur eingeschränkt geeignet!
Bitte unbedingt vorher anmelden: info@vi-arsenal.at Danke!
Photo I Brut . Feeling Photography – From the Bruno Decharme Collection

FOTO ARSENAL WIEN ermöglicht erstmals in Österreich einen Einblick in über 40 künstlerische Prozesse aus mehr als 10 Nationen – basierend auf einer der größten Sammlungen der Photo Brut, die der französische Filmemacher Bruno Decharme seit über 40 Jahren zusammengetragen hat.
Was, wenn jemand über Jahrzehnte hinweg Fotografien mit kleinen Buchstaben beschriftet – nicht nur ein paar Bilder, sondern eine überwältigende Anzahl? Was, wenn sich ein Automechaniker als Kleopatra, Papst Johannes Paul II. oder als Hollywoodstar für die Kamera verkleidet – und nicht nur in diese Rollen schlüpft, sondern in hunderte, tausende? Was, wenn jemand Unmengen von Fotos sammelt, diese zerschneidet, neu zusammennäht und daraus faszinierende Gebilde schafft?
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Credits: ANONYMOUS „METTREAUX“, untitled, signed „METTREAUX“ on the reverse and dated February 19, 2020 © Photo | Brut, Collection Bruno Decharme
Lu Yang: The DOKU Trilogy
Lu Yangs fortlaufende Videotrilogie DOKU untersucht die Auflösung des Selbst im Verhältnis zu digitalen, biologischen und spirituellen Systemen. In den drei Teilen DOKU The Self (2022), DOKU The Flow (2024) und DOKU The Creator (2025) setzt der chinesische Künstler (*1984 in Shanghai, lebt zwischen Shanghai und Tokio) Videospielästhetik, Motion-Capture-Technologie und buddhistische Philosophie ein, um zu hinterfragen, wo Identität denn verortet sein kann, wenn das Bewusstsein dargestellt, reproduziert und endlos wiedergeboren werden kann. In der Trilogie erlebt und bewohnt ein Avatar – basierend auf dem Erscheinungsbild von Lu Yang – verschiedene Realitäten, die vom Alltäglichen bis ins völlig Fantastische reichen. Inspiriert von Konzepten des Yogācāra-Buddhismus – besonders von der Vorstellung eines ālayavijñāna („Speicherbewusstseins“) – stellt Lu Yang DOKU nicht als stabile Figur dar, sondern als flackerndes Geflecht aus Daten, Neuronen und spirituellen Konzepten. Insgesamt fragt die Trilogie, ob das Selbst, wenn es erst einmal in genetischen Code, Gehirnaktivität und algorithmisches Verhalten zerlegt worden ist, überhaupt existiert, oder ob es lediglich als unbeständige Muster fortbesteht, die sich durch biologische und digitale Netzwerke bewegen.
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Credits: Lu Yang, DOKU The Creator, 2025 © Lu Yang